Long Tail: Das Geschäftsmodell ist eine Nischeu

Freitag 5. Februar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Case Friday, Vlogs, Web-2.0-Prinzipien OPAG

In dieser Folge erklärt Jörg Eugster, Geschäftsführer der OPAG Online Promotion AG, am Beispiel des Buch-Vertriebs, was mit “Long Tail” bei Geschäftsmodellen rund um digitale Produkte gemeint ist. Analog kommt bei Webcams.travel der “Long-Tail” ganz stark zum Tragen.

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  • Ein grosser Teil des Traffic kommt Dank dieses “Long Tail”. Webcams als Suchbegriff ist kein Blockbuster.
  • Der “Long Tail” ist so gross, wir können theoretisch Millionen Webcams bei uns aufnehmen – nicht nur die relevantesten; das gibt bei digitalen Produkten – wie einem Webcam-Bild – kein Problem. Eine Buchhandlung mit physischen Produkten – im Gegensatz dazu, kann praktisch nur die Umsatzträger im Verkaufsraum haben.

Wir kommen auch auf die Imitierbarkeit des Geschäftsmodells zu sprechen, und ob es eine Rolle gespielt hat, erstes oder nicht unbedingt erstes Webcam-Portal gewesen zu sein (First Mover bzw. Early Mover Advantage).

  • Die Bedrohung durch Kopieren bzw. Imitieren des Geschäftsmodells schätzt Eugster gering ein: Er sagt: Es ist schwer, zusätzlich Nutzen zu schaffen. Die Frage ist ja: «Geht es billiger als gratis?» Wir haben viele Partner – wenn man diesen Webcams anbietet, dann sagen die doch: «Die haben wir ja schon.»
    Auch ist unser Geschäftsmodell eine Nische, nicht wie Musik-Downloads, wo man Millionen verdienen kann.
  • Das Geschäftsmodell wurde damals bei einem Wettbewerb von der Jury nicht verstanden, meint Eugster. Es hiess: «Webcam-Portale gibt es doch schon.» Man muss es aber anders tun und besser tun: Unser USP (Alleinstellungsmerkmal – Unique Selling Proposition) ist, dass die Webcams auf Google Earth und Google Maps zu sehen sind (Web 2.0 Mash-up).
  • Es ist auch wichtig, dass man breit abgestützt ist; das macht die Verbreitung aus. Die API z.B. kann jeder nutzen (u.a. für mobile Apps).
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Openness and Architecture of Participation: Ich gebe dir, und du gibst mir

Freitag 29. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Case Friday, Vlogs, Web-2.0-Prinzipien OPAG

In dieser Episode zu den Web-2.0-Prinzipien geht es um die Beiträge der Internet-Nutzer zum Geschäftsmodell; dies wird in Web-2.0-Terminologie auch Co-Creation oder Peer Production genannt. Diese Nutzerbeiträge machen ja das Web 2.0 erst zum sogenannten Mitmach-Web. In Verbindung damit kommen auch die Facetten von “Openness”, Open Content und Open Source, zur Sprache.

Wie in  Webcams.travel die “Architektur für Partizipation” gestaltet ist, erläutert Jörg Eugster, Geschäftsführer der OPAG Online Promotion AG, und erzählt viele Beispiele für Erlebnisse mit Usern.

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  • Unsere Plattformen sind alle auf Basis von Open Source entwickelt. Wir haben z.B. PHP und mySQL im Einsatz.
  • Beim Content haben wir auch den offenen Ansatz: Jeder – mit kleiner Einschränkung (d.h. es sollten touristisch relevante Webcams sein) – darf seine Webcam bei uns anmelden, und wir geben diese auch weiter an andere Portale.
  • Jede aufzuschaltende Webcam wird geprüft; man möchte ja ausschliessen, dass unseriöse Inhalte platziert werden. Die Gemeinschaft der Nutzer hilft im Qualitätsprozess mit; Besucher der Website können mit einem Klick z.B. anstössige Webcams melden, diese werden dann sofort deaktiviert.
  • Zum Thema aktiv Mitmachen, d.h. Inhalte beitragen, sagt Eugster: Man muss unterscheiden zwischen Bewerten und Kommentare Schreiben. Das Bewerten – mit dem Sternesystem – das wird sehr wenig gemacht. Die Kommentare zu Webcams, das ist im Bereich von wenigen Prozentpunkten. Die Webcam des Eiffelturms hat viele Bemerkungen in verschiedenen Sprachen.
    Wenn sich jemand z.B. damit auseinandersetzt, dass die Übersetzung der Website nicht gut ist, das ist im Promille-Bereich oder noch weniger – aber die haben dann ein sehr hohes Involvement in unsere Seite. Wir hatten einmal jemanden der sagte, die Isländischen Webcams wären alle am völlig falschen Ort platziert; der hat sich die Mühe gemacht, uns zu sämtlichen Kameras mitzuteilen, wo genau der Standort ist. Diese Feedbacks, die wir bekommen von den Leuten, das macht natürlich sehr viel Spass.
  • Das Motiv für Leute, sich ohne Bezahlung zu engagieren, nennt Jörg Eugster – an einem Beispiel eines ganz jungen Übersetzers -  “Streicheleinheiten”: Einmal meldete sich jemand und sagte, die Seite auf Finnisch gäbe es nicht, und er würde das übersetzen, was er auch im Rekordtempo gemacht hat. Dann habe ich beim Chat herausgefunden, das ist ein 11-jähriger Junge in Finnland. Jeder Übersetzer wird von uns genannt, auf der Website heisst es: “Wurde übersetzt von: …”. Der Junge kann jetzt seinen Freunden sagen: Schaut mal, ich habe die Finnische Übersetzung gemacht!
    Jemand anders hat uns die Italienische Übersetzung verbessert; er wollte nur einen Link auf seine Website, und hat dann alle Webcams auf seinem Portal genutzt: Es ist also wie ein Austausch: Ich gebe dir was – du gibst mir was.
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Leseauswahl von 40 Seiten für ein Seminar: Aus dem Buch Praxisleitfaden Enterprise 2.0

Dienstag 26. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Lernwerkstatt

Mentionmap

Für die Teilnehmer/innen an meinem Enterprise 2.0 Seminar (ein Kollege sagte mir neulich, ich solle das didaktische Format doch treffender “Bootcamp” oder “Arbeitslager” nennen) habe ich mir schon länger vorgenommen, auf deren spezifische Situation in Unternehmen zugeschnittene Leseempfehlungen zu geben. Da sie das Buch aus eigenem Haus: “Web 2.0 in der Unternehmenspraxis, 2. Auflage 2009″ ohnehin mit ihren Unterlagen erhalten, schaue ich mich dafür nach weiteren aktuellen Quellen um. Wegen des Titels “Praxisleitfaden …, 2009″ ist als erstes das Buch von Frank Schönefeld, COO T-Systems Multimedia Solutions, an der Reihe.

Und damit der Lesestoff nicht überbordert, lege ich die Vorgabe fest: Eine Auswahl von maximal 40 Seiten!

Auf die Linked-In Kontaktanfrage mit meiner Nachricht “Ich vertiefe mich gerade in Ihr Buch” schreibt er zurück: “… halten Sie durch :-).” Und nach der Lektüre der ersten 120 Seiten kann ich die Ermunterung gut verstehen, denn für das Zielpublikum Unternehmenspraktiker wird es erst ab dem Kapitel 5 verständlicher und meines Erachtens wirklich lesenswert, mit gut weiteren 120 Seiten.

Mit der Vorgabe “max. 40 Seiten” würde ich als Lektüre- und Arbeitsmaterial zu meinem “Seminar bzw. Bootcamp” für Unternehmenspraktiker, die sich näher mit dem Einsatz von Social Software in Unternehmen befassen wollen, diese auswählen:

  • Investitionsrechnung für Soziale Software (Business Case), Kapitel 5.1.3 f., S. 126- 133 bis einschliesslich des Nutzenszenarios 1: “Effektive Meetingorganisation und Nachbereitung”, das ein Raster vorgibt und an einem Beispiel vorführt, wie man solche überschlägigen Berechnungen angehen kann. Schönefeld schreibt, das verwendete ROI-Schema orientiere sich an dem im Buch von A. Newman/J. Thomas: Enterprise 2.0  Implementation behandelten. Generische Wertversprechen sind in einer Tabelle und einer Abbildung im Anhang zusammengestellt: “Wertversprechen von Enterprise 2.0″, S. 251 f.
  • Generelle Muster, die sich aus Fallstudien ergeben (vgl. dazu auch das – in vorwiegend Deutscher Sprache gehaltene – Enterprise 2.0 Fallstudiennetzwerk www.e20cases.org) , zu den Themen “Einführungsmodelle für Enterprise 2.0″ sowie “Anwendungsfälle und Geschäftsprozesse für Enterprise 2.0″, Kapitel 6.2, S. 155 ff. – 158, vgl. auch im Anhang: “Blueprints von Enterprise 2.0, S. 253 f.” Die Einteilungen sind als Orientierungswissen nützlich; die Zahlenangaben sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten, da dazu selten wissenschaftlich rigoros erhobenen Datengrundlagen vorliegen. Auch bei den Fallbeispielen fehlt oft die kritische Validierung als “Good bzw. Best Practices”, denn die meisten stammen nicht aus wissenschlich fundierter “Fallstudienforschung”, und es kommen auch laufend weitere hinzu.
  • Enterprise-2.0-Projekte sind in erster Linie Organisationsentwicklungs- bzw. Change oder Transformationsprojekte; sie werden immer mit Beteiligung der IT (Informationstechnik, Informatik-Abteilung) – was nicht heissen soll IT-getrieben – umgesetzt. Für alle Projektbeteiligten ist ein Grundverständnis für die Denk- und Sprechweise der Wirtschaftsinformatik/er essentiell. Es macht deshalb Sinn, die Vier-Schichten-Architektur wie in Kapitel 7.2.3 dargestellt, S. 184-185, zu besprechen.
  • Damit die Risiken nicht vergessen gehen, stichpunktartig Aspekte der Governance (Sicherheit, Datenschutz, Corporate Identity, Compliance, Redaktionsprozess, Qualität), Kapitel 7.3.3, S. 193-194.
  • Entwicklungsdimensionen und Reifegrade des Enterprise 2.0, Kapitel 8.2, S. 208-220; diese Darstellung verdeutlicht sehr anschaulich, wie die Ausgangssituation in einem Unternehmen oder einer Organisationseinheit eingeschätzt werden kann und wie man sich die nächste(n) Entwicklungsstufe(n) konkret vorstellt. Den Lesern wird klar, dass die Einführung von Social Software in Unternehmen situationsbezogen, d.h. unternehmensindividuell, anzugehen ist und es sich um einen facettenreichen Veränderungsprozess handelt.
  • Wie man systematisch zu einem Zielzustand kommt, wird mit (Projekt-)Vorgehensmodellen beschrieben (Kapitel 9). In meinem speziellen Fall wird im Seminar die aus einem eigenen laufenden Forschungsprojekt stammende Einführungsmethode IMPACT behandelt, so dass ich für die Unterlagen meiner Teilnehmenden lediglich ergänzend die Darstellung einer fiktiven Anwendung des Vorgehensmodells Enterprise 2.0 als zu bearbeitende und zu diskutierende Fallstudie in Betracht ziehen würde. Kapitel 9.3, S. 239 – 245.

PS: Die Headergrafik ist ein Ausschnitt aus der Mentionmap vom 26. Jan. für Frank Schönefelds Twitter-Aktivität (”each user is connected to the people and hashtags they mentioned most in recent tweets.”)

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Lightweight and Scalable: Virales Marketing und Automatisierung

Freitag 22. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Case Friday, Vlogs, Web-2.0-Prinzipien OPAG

Jörg Eugster, Geschäftsführer der OPAG Online Promotion AG, erläutert in dieser Episode, dass man mit wenig Kapital und Ressourcen in Internet-Geschäftsmodellen etwas erreichen kann. An seinen Beispielen werden die verschiedenen Aspekte des Web-2.0-Prinzips “Lightweight Models and Cost-Effective Scalability” deutlich; die Taktik des Viralmarketings (auch User-driven Marketing oder Marketing 2.0 genannt) befördert durch den Netzwerkeffekt* das Geschäftswachstum.

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  • Lightweight Business Models
    Webcams.travel
    haben wir in einigen wenigen Monaten programmiert; das ist zu einem Selbstläufer geworden, der Netzwerkeffekt beginnt jetzt zu greifen. Durch unsere Präsenz auf vielen Web-Plattformen – weil wir den Content eben gratis weitergeben – entsteht eine gewisse virale Verbreitung.
    Auf der technischen Ebene ist es definitiv nicht teuer: Ich muss keine eigene Hardware haben, ich kann mit einer Website starten wo ich nur eingemietet bin. Auch für die Applikationsentwicklung muss man keine Millionenbeträge investieren. Wo man als Start-up am meisten invetieren muss, ist im Bereich Marketing.Vor zehn Jahren hatten wir in einem Internet-Start-up für die IT ein Budget von 2 Mio; der Marketingleiter hatte ein Budget von 10 Mio. Das Schwierige ist, dass man überhaupt wahrgenommen wird. Das ist aufwendig.
  • Viralmarketing-Effekte
    Wenn wir das Beispiel SwissWebcams nehmen, dann hatten wir da das virale Marketing: Wir haben den Benutzern gesagt, wir tragen dich gratis ein, und es würde uns sehr freuen, wenn du uns einen Link setzt. Das ist wie eine persönliche Empfehlung, wenn ich einen Link irgendwohin erstelle; das hat dazu geführt, dass wir so viele Backlinks haben, dass wir in der Schweiz mit dem Suchbegriff “Webcams” bei Google DIE Instanz sind.
  • Zeit bis zur Bekanntheit
    Ich denke, das dauert schon so drei Jahre. Als wir im Radio das erste Mal in DRS3 als Tipp des Tages erwähnt wurden, dann merkte man: Jetzt ist man wahrgenommen worden. Dann geht es Schritt für Schritt weiter. Es gibt wenige Beispiele, die über Nacht zum boomenden Unternehmen werden, das sind die Ausnahmen.
  • Skalierbarkeit und Wachstumsverlauf
    Das Wachstum ist eher treppenartig, ist meine Erfahrung. Dann hat man den Eindruck, jetzt bewegt sich nichts mehr, und plötzlich geht es wieder eine Stufe nach oben. Es ist manchmal nicht nachvollziehbar woher. Man erscheint z.B. in den Medien, das hilft. Webcams.travel ist mit dem weltweiten Ansatz unsere skalierbare Antwort, denn der Markt für SwissWebcams ist begrenzt. Wo man dann Zusatzkosten hat, ist auf der Hardwareseite, aber das kostet heute nicht Unmengen.
  • Leightweight hinsichtlich Personalressourcen
    Wir haben das Hobbystadium vor etwa zwei Jahren verlassen. Wir sind ein sehr kleines Team von vier Personen. Wir haben eine sehr hohe Automatisierung erreicht. Jeden Monat verschicken wir einen Topin.travel-Newsletter, dieser wird 100% automatisch generiert. Andere Firmen beschäftigen jemand, der zwei Tage den Newsletter zusammenträgt und individuell schreibt. Die Kennzahlen für den in 2009 erwarteten Traffic wurden gegenüber den im Interview genannten Zahlen (50 bis 60 Mio Zugriffe) mit 75 Mio Seitenzugriffen (Page Impressions) sogar noch übertroffen.

*Weitere Erfahrungen mit dem Netzwerkeffekt hier in dieser Ausgabe des WissensWert Blog Carnival

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Einblicke ins Seminar Enterprise 2.0 ist Führungsaufgabe

Montag 18. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Forschungswerkstatt, Lernwerkstatt

Seminar Sharepoint&Co - Teil IMPACT Methode

Seminaraufbau und Teilnehmer

Der Ablauf unseres SeminarsMit Sharepoint&Co. zum wirkungsvollen Collaboration Workplace – Enterprise 2.0 ist Führungsaufgabe“, sei mit einer kleinen Fotostrecke illustriert und hier kurz beschrieben. Man kann sogar noch mehr davon sehen, dann die Lernplattform und ihre Inhalte sind  sogar für Zaungäste weitgehend offen.

Die ersten Teilnehmer/innen (Automobil-, Logistik-, Pharma- und Versicherungsbranche waren vertreten) sind vom persönlichen Lernergebnis sehr angetan und gehen nun mit den aus dem Gelernten abgeleiteten To-dos in ihr Praxisumfeld. Wegen des guten Vorwissens und der Tatsache, dass alle in Enterprise-2.0-Themen bereits involviert sind – teils als Vertreter der IT-Abteilung, der Internen Unternehmenskommunikation, der E-Business-Gruppe bzw. eines Organisationsentwicklungs-Projektteams – konnten wir am zweiten Tag die Hinweise zum Einrichten und die Erstinhalte für das Modul “Persönliche Infocockpits” in das Lernblog verlagern. Die Präsenzzeit wurde dafür genutzt, um mit der Methode “Action Learning/Kommunizierendes Lernen” (in der ich von Prof. Dr. Stieler-Lorenz unterrichtet wurde) ” für zwei ausgewählte Problemeigner eine Kurzberatung durchzuführen; dies bringt konkrete Umsetzungsimpulse.

Schritte des Action Learning für den Wissensfluss

Mitschrift zum Action Learning / Kommunizierenden Lernen


Fragestellungen

Zwei Fragestellungen standen im Fokus: Zum einen, ob eine Wiki-Anwendungen geeignet ist, um im Vertriebsumfeld “Best Practice-Erfahrungen” auszutauschen, wie die Lösung aufgebaut wäre und wie insbesondere die Einführungsphase zu gestalten wäre.

Zum anderen war die Frage, wie auf die zunehmenden Forderungen von Fachabteilungen nach individuellen Collaboration-Lösungen (hier ging es vor allem um Sharepoint) reagiert werden solle, wie zu priorisieren wäre, ob man zahlreiche Insellösungen zulassen solle, oder gleich eine grosse Implementierung für alle Anforderungen anstreben solle.

Weiterhin gab immer wieder zu diskutieren, wer denn in Enterprise-2.0-Initiativen die treibende Kraft sein solle: HR, IT und/oder die Unternehmenskommunikation.

Lehr-/Lernmethodik

Das Konzept für das Seminar setzt zeitgemässe Bildungsmethoden um: Eigenes Wissen und Erfahrung wird in das Training eingebracht, und die Lernimpulse sollen im Tagesgeschäft umgesetzt werden, so wie hier in einem aktuellen in der FAZ erschienenen Artikel beschrieben. Da vielfach noch ausgiebige Folienvorträge bei Seminaren andernorts üblich sind, fand ein Teilnehmer für unseres die Worte “exotisches Seminar”; wir sprechen von Blended Learning bzw. Learning Innovations. Unsere Seminargestaltung wurde als “Hilfe zur Selbsthilfe” wahrgenommen, und mit weniger als 10 Teilnehmern ist es in der Tat individuell ausgerichtet, d.h. eher coaching-orientiert.

Arbeitspraxis 2.0 Assessment

Zum zweiten Tag gehört auch, die Tools zur persönlichen Arbeitspraxis 2.0 nach dem Online-Assessment in der Vorlaufphase nochmals zu erheben. Bei der Reflektion darüber wird betont, dass man sich hier in erster Linie über die Arbeitsprozesse und -Ziele klar werden sollte, denen die Tools dienen.

Arbeitspraxis 2.0 - My Working Tools Portfolio

Collaboration Maturity Assessment

Zum Abschluss dieses Erfahrungsberichts aus der ersten Seminardurchführung bleibt mir nur noch zu wünschen, dass die Teilnehmenden ihr betriebliches Umfeld auf den Weg bringen. D.h. dass ihr Collaboration-Maturity-Assessment – wenn es in 1-2 Jahren wiederholt werden sollte – einen Fortschritt im Reifegrad für Enterprise-2.0-Anwendungen gegenüber der Erstanalyse zeigt:

CollabReifegradAssessment_SPuCO-Semin1_website_2341

Vorgehensmethodik IMPACT

Die Headergrafik zeigt die situativen Vorgehensmodelle «Use Case Development» und «Corporate Services, Processes, and Infrastructure» zur Einführung von Information und Collaboration Workplace Plattformen. Diese wurden und werden weiter in Kooperation von Hochschule und Praxis im IMPACT-Forschungsprojekt entwickelt.

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Pervasive, above the Level of a Single Device (Web-2.0-Prinzip): Gratis die iPhone App dazu

Freitag 15. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Case Friday, Vlogs, Web-2.0-Prinzipien OPAG

Ein weiteres der acht Web 2.0 Prinzipien (vgl.  Einladungspost zu dieser bis Februar laufenden Case-Friday Vlog-Serie) veranschaulicht Jörg Eugster, Geschäftsführer der OPAG Online Promotion AG, in diesem Gesprächsausschnitt, und zwar das Prinzip: “Software Above the Level of a Single Device”. O’Reilly griff diesen 2003 von einem Microsoft-Mitarbeiter geprägten Ausdruck auf, um die Bedeutung der mobilen Devices als Web-Client, die zum PC-Endgerät dazukommen, herauszustreichen; seine Sicht von Ende 2007 erläutert und diskutiert er hier.

Im Video berichtet J. Eugster von einer Gratis-iPhone-App, die Andreas Linde (aus der offenen Entwickler-Community) programmiert hat und die sich in Windeseile verbreitete. Wieder ist von Erlösmodellen die Rede, wenn nun über den Content hinaus sogar die mobile Anwendung dazu erst mal gratis ist. Und schliesslich hören wir von Ideen, warum Webcam-Daten in der mobilen Nutzung ein eigener Mehrwert zukommt.

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Hier sinngemäss einige Kernaussagen:

  • Wir stellen die Inhalte gratis über das API zur Verfügung. Ein Deutscher, Andreas Linde, hat eine iPhone App nur mit unserem Content gemacht. Die Anwendung ist supereinfach zu bedienen: Ich sage “Webcams in der Umgebung” … und kann sie dann durchzappen. Das erstaunliche ist, es ist eine Gratis-App, die ist über 700 000 Mal in weniger als einem Jahr heruntergeladen worden. Wir haben von dieser Applikation täglich eine halbe Million Requests auf unseren Server: täglich! (Auskunft von Juni 2009).
  • Wir haben noch kein Geschäftsmodell dafür.
    Wir Internetler funktionieren anders: Wir wissen, es braucht eine gewisse Entwicklungszeit, erst dann kann man Umsatz dafür machen. Was der Kunde nicht kennt, bucht er nicht. D.h. es braucht eine gewisse Zeit bis es im Markt etabliert ist. SwissWebcams hat etwa fünf Jahre gebraucht, bis die Werbekunden das wahrgenommen haben.
  • Nicht alle Inhalte machen Sinn für das mobile Dabeihaben. Die Frage ist: Macht eine Webcam Sinn? Ein kleines Beispiel: Es gibt auch Webcams an Strassen, an Autobahnen. Ich kann die Webams auf meinem Nach-Hause-Weg als Favoriten speichern und kann bevor ich abfahre schnell durchzappen: Wie ist der Verkehr dort? Ein anderes Beispiel ist, dass ich das aufs Navi bringe.
    Wir haben die meisten Zugriffe auf SwissWebcams wenn schlechtes Wetter ist: Nebel, Hochwasser, Schnee.


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Persönliche Standortbestimmung Arbeitspraxis 2.0 – erste 25 Teilnehmer

Dienstag 12. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Randnotiz

Umfrageergebnisse Arbeitspraxis-Tools 2.0

Die Teilnehmer am Seminar “Mit Sharepoint & Co zum wirkungsvollen Collaboration Workplace – Enterprise 2.0 ist Führungsaufgabe” beantworten als Teil ihrer Vorbereitung auf die zwei Präsenztage eine Online-Umfrage zum Thema “Persönliche Standortbestimmung zur Arbeitspraxis 2.0″. Diese ist für alle zum Mitmachen offen: Zugänglich entweder über die Website CN Business 2.0 (Umfrage), oder über die Business 2.0 Kursplattform (Online-Assessment).

Die Wordle Cloud oben im Bild visualisiert, was die 22 Personen alles angegeben haben zur Frage 2 “Welche Tools nutzen Sie aktuell?” Es haben Frauen und Männer fast zu gleichen Anteilen geantwortet; die Hälfte der Antworten kommt von Deutschen, 30% von Schweizerischen, 10% von Östereichischen Umfrage-Teilnehmenden. Altersklasse fast ausschliesslich in den 40ern, nur einige über 50 bzw. zwischen 25 und 30 Jahre jung. Alle Leserinnen und Leser dürfen sich eingeladen fühlen, die max. Teilnehmerzahl von 100 für kostenlose Umfragen mit dem beliebten Tool Poll-Daddy voll zu machen.

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Data at the Core (Web-2.0-Prinzip): Daten plus Mehrwert, dann AdSense und Banner

Freitag 8. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Case Friday, Vlogs, Web-2.0-Prinzipien OPAG

Das zweite in dieser  Case-Friday Vlog-Serie behandelte Web-2.0-Prinzip (vgl. Einladungspost) wird auch «Data is the Next “Intel Inside“» genannt.

Im diesem knapp 10-minütigen Gesprächsabschnitt mit Jörg Eugster, Geschäftsführer der OPAG Online Promotion AG, erfahren wir am Beispiel des Web-Dienstes Webcams.travel, wie die Daten, in diesem Fall Webcam-Standbilder, mit Mehrwert versehen werden, um die Grundlage für Erlöse durch Werbeeinnahmen zu bilden. Im zweiten Teil des Videos erklärt Eugster das Erlösmodell, u.a. wie Google AdSense funktioniert. Schliesslich wird auch deutlich, wie der Netzwerkeffekt zum Tragen kommt: Je mehr Leute Inhalte beitragen und die Anwendung nutzen, umso wertvoller wird die Zusammenstellung der Daten. Der Webdienst versteht sich als Webcam-Community im Geist des Mitmach-Web, und nicht als Portal, das Inhalte nur 1:n, d.h. von einem Publisher an viele Nutzer distribuieren würde.

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Einige Kernaussagen seien hier sinngemäss wiedergegeben:

  • Content Aggregation
    Jeder kann seine Webcam anmelden. Wir nehmen Content gratis auf, und jeder kann von uns Webcams gratis beziehen für sein eigenes Portal; die Standbilder sind max. drei Stunden alt. Z.B. ist Google unser grösster Partner: Alle Webcams sieht man auf Google Earth am richtigen Ort.
  • Qualitätssicherung als Mehrwert
    Es kommt dazu, die Qualität zu überwachen. Wenn eine Webcam aussteigt, dann gibt es keine aktuellen Bilder mehr – ein Bild von Panoramio dagegen verändert sich nie. Wir hatten auch schon Nutzer, die haben Webcams angemeldet und der Standort stimmte nicht. Bei uns kann die Community an der Qualitätskontrolle teilhaben, es gibt aber auch eine automatisierte technische Kontrolle.
  • Erlösmodell
    Wenn man etwas Neues in die Welt setzt, dann wird es zuerst quersubventioniert vom anderen Geschäftsmodell. Mit Topin.travel machen wir schon Umsatz – wir verkaufen dort Einträge.
    Webcams.travel hat sehr viel Traffic; je mehr Traffic man hat, umso relevanter ist man, um Werbung zu verkaufen. Man rechnet mit dem Tausend-Kontakt-Preis (TKM). Wir haben Google AdSense einen Werbeplatz zur Verfügung gestellt. Wir machen bei uns etwa einen Dollar pro Tausend Einblendungen; es gibt Communities, die machen fünf Cents. Langfristig ist es interessanter, wenn man Bannerwerbung platzieren kann; dann sprechen wir von fünf bis 100 CHF.


P.S.: Vgl. auch den Post “Google Admits «Data is the “Intel Inside »

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Podiumsdiskussion: Web 2.0 im Unternehmen – Ein Luxus nicht mitzumachen?

Donnerstag 7. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Fragen, Lernwerkstatt

Podium Enterprise 2.0 - Ein Luxus nicht mitzumachen?

Im September vergangenen Jahres fand anlässlich der 20-Jahrfeier des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Uni St. Gallen eine Podiumsdiskussion zum Thema “Web 2.0 im Unternehmen – Ein Luxus nicht mitzumachen?” statt. Diskutanten auf dem Podium in einer Gruppe von ca. 30 Präsenzteilnehmern und nochmals 23 Personen, die dem Gespräch per Live-Streaming im Web folgten, waren Dr. Florian Heidecke, arvato (Bertelsmann AG), Jürg Stuker (CEO Namics), ein Teilnehmer spontan aus der Runde, der sich mit dem Thema Communities beschäftigt, und als Keynote-Referentin ich selbst, Prof. Dr. Andrea Back.

Die Tage zwischen den Jahren boten die Musse, die Videoaufzeichung davon Revue passieren zu lassen. Hier eine Auswahl von Aussagen und Fragen, die die Intensität und Lebendigkeit der Diskussion wiederspiegeln. Wer sich Zeit zum Zuhören in voller Länge nehmen möchte, kann die beiden je knapp 30 Minuten langen Videoaufzeichnungen auf der Website des Instituts – ungeschnitten in Original-Atmosphäre – ansehen.

Teil 1: (hier zum Videomitschnitt)

  • Der Themeneinstieg drastisch formuliert: Gilt es die Idee Web 2.0 zu beerdigen, oder werden irgendwann die ewig Gestrigen beerdigt?
  • Min 6:45, ein Teilnehmer: Die Social Media Themen, Facebook, Twitter etc., sind ja ein Hype. Was bringt mir das im Industrieunternehmen, mich damit zu beschäftigen? Ist es eine Spielerei unter Jugendlichen, oder steckt da irgendeine Substanz dahinter?
  • Min 8:30, These von Herrn Heidecke: Web 2.0 Applikationen werden auf überschaubare Zukunft primär in Unternehmen der IT-Branche anzutreffen sein; eher nicht in produktionsgeprägten Unternehmen. Und die Gegenrede Herrn Stukers ab Min. 9:25, der u.a. sagt, dass sich viele Sachen im Umgang mit Menschen verändern, das Kommunikationsverhalten: Das macht vor den Unternehmensgrenzen nicht halt. Stuker plädiert für Experimentieren anstatt nur an 2-Jahres-Projekte zu denken; er drückt das so aus: “Ausprobieren! Wegschmeissen oder gross machen”.
  • Min. 13:20, Prof. Dr. K. Stanoevska nennt vier Gründe, warum es ein Luxus wäre, nicht mitzumachen: Wahrscheinlich tummeln sich Kunden und Mitarbeiter dort. Grössere Unternehmen sind ohnehin “von der Masse schon ins Web 2.0 eingesogen”. Viele Soft-Prozesse lassen sich effizienter unterstützen. Das löst wieder verschiedene skeptische Gegenfragen und -stellungnahmen aus.
  • Min 17:30, Teilnehmerin: Man fühlt sich als Firma gezwungen mitzumachen; andererseits investiert man nicht viel Geld dafür.
  • Min 18:10, E. Schöllkopf, bringt ein Beispiel für die Kommunikation bei einem Neupositionierungsprojekt eines amerikanischen Unternehmens via Facebook, Twitter und Livestreaming.
  • Min 19:10: Heidecke klärt, dass zu unterscheiden ist zwischen Web 2.0 an der Schnittstelle zum Kunden (wobei traditionelle Genehmigungsprozesse der Unternehmenskommunikation die Spontaneität, die damit möglich und gewollt ist, verunmöglichen) und Web 2.0 intern im Unternehmenseinsatz,
  • Min 22:00, Andrea Back: “Meine Denk-Brüder und Schwestern habe ich auf Twitter gefunden. Das ist mein persönlicher Flurfunk.”
  • Min 23: Stuker spricht über Werbung, die klassischen grossen Kampagnen: Dass sich geändert hat, welcher Kommunikation die Kunden vertrauen. Eine Teilnehmerin bringt das häufige Bedenken gegenüber Social-Media-Werbung: Kommt das nicht ein bisschen billig rüber?
  • Min 25:10, ein Teilnehmer: Grosse Unternehmen können es sich nicht erlauben, das einfach mal einzuführen, einfach mal die Netze öffnen. Das geht direkt auf die Produktivität. … Stuker: Wenn sich Mitarbeiter nur noch auf Facebook tummeln, dann habe ich als Unternehmen ein anderes Problem.

Teil 2: (hier zum Videomitschnitt)

  • Min. 0:30, Prof. Dr. H.-D. Zimmermann: Er erinnert sich an die Zeiten, als E-Commerce aufkam: Die ersten Web-Server sind so passiert, wie heute Twitter und Facebook in Unternehmen. … Man hat es in manchen Unternehmen laufen lassen, ohne eine fertige Strategie zu haben.
  • Min 3, ein Teilnehmer: Was ich die lezten 30 Minuten gehört habe, tönt wie ein ganz normaler Innovationsprozess, wie wir ihn in der Historie schon x-mal gesehen haben. … A. Back, betont, was anders ist: Wer die Innovationen lanciert, sind nicht nur die Leute, die in den Innovationsabteilungen sind, sondern das könnte jeder sein.
  • Min 4:15, Stuker spricht über das Problem der Informationsmasse und dass Relevantes herausgefiltert wird, auch am Beispiel der Twitter-Wall im Hintergrund des Bilds.
  • Min 5:20. Teilnehmer E. Schöllkopf bringt ein Beispiel, wie eine Collaboration- und Community-Plattform im bereits oben erwähnten Unternehmen funktioniert hat, wie durch eine Tag-Wolke Wissensträger global zueinander fanden  (Software-Branche). Auch sei es relevant, den jungen Talents einen attraktiven Arbeitsplatz zu gestalten.
  • Min 8, Herr Heidecke: Die Unternehmenswelt ist stark durch Hierarchien geprägt. Man kann die Praktiken aus der privaten Sphäre nicht so einfach in die Unternehmen tragen. … Wenn das nicht top-down vom Management vorgelebt und aktiv promotet wird, dann hat das in der Breite keine Chance.
  • Ab Min 11 werden Erfahrungen und Sichtweisen über das Erlernen der Web-2.0-Werkzeuge ausgetauscht.
  • Min 15, ein Teilnehmer: Manchmal ist es gut, wenn eine Community geschlossen ist. In den Tweets auf der Twitterwall, in der über die Podiumsdiskussion geredet wird, kommt Skepsis zum Ausdruck – ist dies nicht tendenziös, ist das nicht “gefährlich” in der offenen Welt?
  • Min 16:30, ein Teilnehmer: Welche Nutzen stiften diese Web 2.0 Geschäftsmodelle, wo sind die nutzenstiftenden Modelle? Diese Fragen soll die Wissenschaft beantworten. Es gibt heute z.B. viele Unternehmen, die können mit e-Commerce nicht viel anfangen.
  • Min. 19:15, ein Teilnehmer: Wie macht man Kunden zu Fans? Wie sind die Web 2.0 Anwendungen “konstruiert”? Andrea Back ergänzt die acht Web-2.0-Prinzipien.
  • Min. 22:15,  Heidecke findet, es existieren bisher kaum nachhaltige Geschäftsmodelle. Die Auseinandersetzung mit Anforderungen von Unternehmen sei noch nicht intensiv genug: Z.B. Sicherheit und Kontrolle über Inhalte. Das löst wieder eine rege Diskussion aus; die Musikindustrie wird als Beispiel mehrfach angeführt.
  • Min 27, Thomas Walter weist darauf hin, dass es in kurzer Zeit zahlreiche  Tweets es zum Hashtag #iwi20jahre gibt.




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Perpetual Beta: Beim Start noch nicht perfekt (Teil 2 von 9)

Freitag 1. Januar 2010 - Von Andrea Back in der Kategorie Case Friday, Vlogs, Web-2.0-Prinzipien OPAG

Das neue Jahr hat an einem Vollmond-Freitag hier perfekt begonnen. Wenn man ein Web-Business nach dem 2.0 Paradigma beginnt, muss es beim Start nicht perfekt sein, denn da gilt das Prinzip “Perpetual Beta“. Wie im Einladungspost zu dieser bis Februar laufenden Case-Friday Vlog-Serie beschrieben, geht es im Gespräch mit Jörg Eugster, Geschäftsführer der OPAG Online Promotion AG, darum, am Beispiel seiner Internet-Geschäftsmodelle den acht Web 2.0 Prinzipien auf die Spur zu kommen.

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Auf der Perpetual-Beta-Karteikarte steht: emergent – release early and often – open co-development. Jürg Eugster veranschaulicht diese Stichworte wie folgt (Anm.: sinngemäss zitiert):

Logo mit Hinweis "Beta"

Immer klein und unvollständig angefangen

  • Als wir gestartet sind, wussten wir, das ist noch nicht perfekt. Webcams.travel nennen Wir Webcam-Community, und dort steht explizit “Beta” drauf. Die Ziel-Anzahl von Webcams, das kommt mit der Zeit. Wir sind permanent in der Beta-Version, denn Kunden schreiben uns: Hey, das wäre doch eine coole Funktion, oder wir vermissen etwas. Es entsteht etwas und wird immer grösser.
  • Das Portal ist in vielen Sprachen verfügbar. Wir haben x Sprachen, die von Benutzern für uns gratis übersetzt wurden.

Kritische Masse

  • Ganz am Anfang hatte Topin 30-40 Webcams und war erfolgreich.
  • Bei SwissWebcams hatten wir relativ rasch 200 Webcams, was wir als kritische Masse angesehen haben. Heute ist das ein Selbstläufer.
  • Anfangs hatten wir bei Webcams.travel 2000, zwei Jahre später schon 10.000 Webcams. Was es braucht, dass der Benutzer das als eine wertvolle Site anschaut, ist eine zentrale Frage, aber schwer zu beantworten.

Beta hat den Beigeschmack von fehlerhaft

  • (zu seinen früheren KMU-Erfahrungen) Mit unserem Schweizer Perfektionismus, da musste alles perfekt sein, dafür ist es halt ein Jahr später herausgekommen.
  • Im Web ist Geschwindigkeit (time-to-market) sehr wichtig, lieber mal etwas bringen, das nicht perfekt ist: 80% genügt schon. Das entwickelt sich dann selber weiter, denn die Leute haben Anteil, sie schreiben uns.
  • Wenn uns jemand gratis eine Übersetzung macht, dann sagen die Leute sofort: “Aber die Qualität!” Das korrigiert sich jedoch selber. Zum Beispiel: Es kamen aus der ganzen Welt Mails: Euer Spanisch ist ein bisschen komisch. Und dann einmal hat jemand die Übersetzung für uns gemacht.


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